Zürich, 15. September 2026 – Der Nationalrat hat heute die Armeebotschaft 2026 gutgeheissen und damit ein klares Zeichen für eine glaubwürdige Landesverteidigung gesetzt. Für die Allianz Sicherheit Schweiz ist dieser Entscheid angesichts der sich verschärfenden sicherheitspolitischen Lage richtig und dringend notwendig. Die Schweiz muss in der Lage sein, ihre Bevölkerung, ihre Infrastruktur und ihre Souveränität eigenständig zu schützen.
Nach dem Ständerat hat heute auch der Nationalrat die Armeebotschaft gutgeheissen. Damit werden Verpflichtungskredite von rund 3,4 Milliarden Franken gesprochen. Davon entfallen rund 2,4 Milliarden Franken auf Rüstungsbeschaffungen, 562 Millionen Franken auf das Immobilienprogramm und 394 Millionen Franken auf den Zusatzkredit für die Beschaffung der F-35-Kampfjets. Im Zentrum stehen insbesondere der Ausbau der bodengestützten Luftverteidigung, der Schutz vor Drohnen sowie die Stärkung der Fähigkeiten im Cyber- und elektromagnetischen Raum.
Sicherheit braucht konkrete Fähigkeiten
Die sicherheitspolitische Realität hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Kriege in Europa und im Nahen Osten, Drohnenangriffe, Cyberattacken und Angriffe aus der Distanz zeigen, dass eine glaubwürdige Verteidigungsfähigkeit keine Selbstverständlichkeit ist. «Die Schweiz darf sich deshalb nicht darauf verlassen, dass im Ernstfall andere für ihre Sicherheit einstehen. Eine glaubwürdige Neutralität setzt eine glaubwürdige Verteidigungsfähigkeit voraus», betont Nationalrat Reto Nause (Die Mitte), Präsident der Allianz Sicherheit Schweiz.
«Die heutige Zustimmung zur Armeebotschaft ist deshalb ein wichtiger Schritt», ergänzt Nationalrat Heinz Theiler (FDP), Vizepräsident der Allianz Sicherheit Schweiz. «Besonders wichtig ist die Konzentration auf moderne Luftverteidigung, Drohnenabwehr, Sensorik, Kommunikation und Cyberfähigkeiten. Diese Fähigkeiten entscheiden zunehmend darüber, ob die Armee ihren Auftrag erfüllen kann, oder eben nicht.»
Munitionsreserven: Eine verpasste Chance
«Bedauerlich ist, dass der Nationalrat die von der Sicherheitspolitischen Kommission beantragte zusätzliche Aufstockung von 500 Millionen Franken für Flugabwehrmunition und weitere Munitionsreserven mit 104 zu 91 Stimmen abgelehnt hat», führt Nationalrat Micheal Götte, Vizepräsident der Allianz Sicherheit Schweiz aus. «Gerade angesichts der Erfahrungen aus aktuellen Konflikten sind ausreichende Munitionsbestände ein zentraler Bestandteil der Durchhaltefähigkeit einer Armee.»
Die Schweiz dürfe bei der Verteidigungsbereitschaft nicht nur über moderne Systeme verfügen, sondern müsse auch sicherstellen, dass diese im Ernstfall genügend lange eingesetzt werden können. Die Beschaffung kritischer Munitionsbestände müsse deshalb weiterhin höchste Priorität haben, so Götte weiter.
F-35: Sicherheitspolitische Verantwortung statt Rückzug
Die Allianz Sicherheit Schweiz begrüsst, dass der Nationalrat zudem am Zusatzkredit von 394 Millionen Franken für die F-35-Beschaffung festgehalten hat, hält Reto Nause fest: «Die Schweiz braucht eine moderne und leistungsfähige Luftwaffe. Ein Verzicht auf die F-35-Beschaffung würde eine zentrale Lücke in der langfristigen Sicherung des Schweizer Luftraums hinterlassen.» Gleichzeitig müssten die jüngsten Erkenntnisse rund um die Kommunikation des ursprünglich ausgewiesenen Fixpreises ernst genommen werden. Der Bericht der Geschäftsprüfungskommission dürfe nicht folgenlos bleiben. Bei grossen Rüstungsprojekten brause es klare Verantwortlichkeiten, transparente Entscheidungsgrundlagen und eine konsequente Kontrolle der Kosten.
«Sicherheit und finanzielle Verantwortung gehören zusammen», bringt es Heinz Theiler auf den Punkt. «Gerade weil es um Milliardenbeträge geht, muss jeder Franken wirksam eingesetzt werden.»
Jetzt nicht nachlassen
Mit dem heutigen Entscheid ist die Arbeit nicht abgeschlossen. Die Armee muss rasch modernisiert und gleichzeitig strukturell auf ihre Kernaufgaben ausgerichtet werden. Priorität haben jene Fähigkeiten, die für die Verteidigung der Schweiz tatsächlich entscheidend sind: Luftverteidigung, Drohnenabwehr, Cyberabwehr, Aufklärung, Kommunikation, Logistik und ausreichende Munitionsreserven.
Die bürgerliche Politik wird deshalb darauf achten müssen, dass die gesprochenen Mittel rasch in konkrete Fähigkeiten umgesetzt werden und dass die Armee ihre Aufträge auch unter schwierigen Bedingungen erfüllen kann.
Eine starke Armee ist keine Luxusausgabe. Sie ist eine Versicherung für die Sicherheit, Freiheit und Unabhängigkeit unseres Landes.

