Zahlen, Daten und Fakten zum F-35A

Chronologie der F-35A Beschaffung:

  • November 2017: Basierend auf dem Expertenbericht «Luftverteidigung der Zukunft» entscheidet sich der Bundesrat, die Mittel zum Schutz des Luftraumes zu erneuern. Das Projekt neues Kampfflugzeug wird gestartet.
  • März 2018: Die Evaluation für den Ersatz der seit 1978 und 1996 im Einsatz stehenden Kampfflugzeuge beginnt. Das VBS legt die Evaluationskriterien für das neue Flugzeug fest.
  • Januar 2019: Start erste Offertenrunde. Hersteller können ihr Interesse anmelden.
  • Juni 2019: Die Botschaft für den Planungsbeschluss wird an das Parlament überwiesen.
  • Dezember 2019: Das Parlament stimmt dem Planungsbeschluss zu.
  • Januar 2020: Start zweite Offertenrunde.
  • September 2020: Die Stimmbevölkerung stimmt dem Bundesbeschluss über die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge zu.
  • Januar 2021: Der Bundesrat beginnt mit den Evaluationsberichten (Gesamtnutzen und Gesamtkosten) des Eurofighters von Airbus (Deutschland), der F/A-18 Super Hornet von Boeing (USA), dem F-35A von Lockheed Martin (USA) und der Rafale von Dassault (Frankreich).
  • Juni 2021: Die Evaluation für einen Kandidaten mit dem höchsten Gesamtnutzen und gleichzeitig den tiefsten Gesamtkosten ergibt einen klaren Sieger: der Bundesrat entscheidet sich für das Kampfflugzeug F-35A. Der Bundesrat ist überzeugt, dass sich dieses am besten eignet, um die Schweizer Bevölkerung auch in Zukunft vor Bedrohungen aus der Luft zu schützen.
  • August 2021: Lancierung der Initiative “Stop F-35” durch die Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA), SP und Grüne. Diese möchten den Kauf des F-35 bis 2040 verbieten und das Armeebudget entsprechend kürzen.
  • Februar 2022: Der Bundesrat beantragt mit der Armeebotschaft den eidgenössischen Räten einen Verpflichtungskredit von 6,035 Milliarden Franken für die Kampfflugzeuge und einen Verpflichtungskredit für bauliche Massnahmen von 120 Millionen Franken.
Wie geht es weiter?
  • Stand des Geschäftes: Der Ständerat behandelt das Geschäft in der Sommersession 2022, der Nationalrat voraussichtlich in der Herbstsession 2022.
  • März 2023: Ablauf der Gültigkeit der Offerte. Wenn die Verträge bis dann nicht unterzeichnet sind, muss neu verhandelt werden und die Beschaffung wird enorm verzögert.
  • 2027: Frühest mögliche Auslieferung aufgrund der aktuellen Produktionsslots.

Um was geht es?

Die Armee muss die Menschen in der Schweiz vor Bedrohungen aus der Luft schützen. Sie muss die Lufthoheit wahren, den Luftraum bei Konferenzen und bei erhöhten Spannungen schützen sowie bei bewaffneten Konflikten verteidigen können. Unsere Kampfflugzeuge sind jedoch seit 1978 und 1996 im Einsatz und kommen um das Jahr 2030 an ihr endgültiges Nutzungsende und müssen ersetzt werden. Die Nutzung wurde bereits einmal verlängert.

 

Was wurde entschieden?

Der Bundesrat beantragte im Februar 2022 dem Parlament die Beschaffung von 36 Kampfflugzeugen des Typs F-35A des US-Herstellers Lockheed Martin. Das Flugzeug erreichte bei der Evaluation mit Abstand das beste Resultat. Es ist von den vier evaluierten Flugzeugen am leistungsfähigsten und das klar günstigste bei Anschaffung und Betrieb. Für PilotInnen ist es einfacher zu bedienen, und es sind weniger Trainingsflüge und lärmintensive Starts erforderlich. Der Bundesrat beantragt dem Parlament einen Verpflichtungskredit von 6,035 Milliarden Franken für die Flugzeuge sowie 120 Millionen Franken für die damit verbundenen baulichen Massnahmen. Die bestehenden Immobilien auf den Militärflugplätzen Payerne, Meiringen und Emmen können weiter genutzt werden. Dazu werden Anpassungen nötig und in Payerne wird ein neues Trainingscenter gebaut. Der beantragte Verpflichtungskredit unterschreitet das maximal mögliche Finanzvolumen, dem die Stimmbevölkerung am 27. September 2020 zugestimmt hatte. Der damals beschlossene Betrag von höchstens 6 Milliarden Franken beruhte auf dem Landesindex der Konsumentenpreise vom Januar 2018. Nach Berücksichtigung der aktuellen Inflationsprognosen und der voraussichtlichen Zahlungen beträgt das maximal mögliche Finanzvolumen rund 6,3 Milliarden Franken.

 

Was passiert mit den bisherigen Kampfflugzeugen?

Mit der Beschaffung von 36 neuen Kampfflugzeugen werden die bestehenden 25 F-5 Tiger und 30 F/A-18 Hornet ersetzt. Für die F-5-Tiger-Flotte beantragt der Bundesrat dem Parlament die Ausserdienststellung. Diese Kampfflugzeuge können heute nur noch in Trainings und bei gutem Wetter für den Luftpolizeidienst eingesetzt werden. In einem Luftkampf gegen einen zeitgemässen Gegner wären sie chancenlos. Die heutigen F/A-18 Hornet sollen um 2030 sukzessive durch die neuen Flugzeuge abgelöst werden.

 

Zeitplan der Beschaffung

Nach dem Beschluss des Parlaments zum Verpflichtungskredit können die Beschaffungsverträge mit der US-Regierung aus einer rein rechtlichen Sicht unterzeichnet werden. Erfolgt die Unterzeichnung vor Ende 2022, können voraussichtlich 2027 die ersten und 2030 die letzten Flugzeuge übernommen werden. Die «Allianz gegen den F-35A» hat im August 2021 die Unterschriftensammlung für die Volksinitiative «Gegen den F-35 (Stopp F-35)» gestartet. Die Sammelfrist läuft bis zum 1. März 2023. Bis zu einer allfälligen Annahme in der Volksabstimmung entfaltet die Volksinitiative grundsätzlich keine rechtliche Vorwirkung. Trotzdem könnte die Beschaffung der Kampfflugzeuge durch ein Zustandekommen der Volksinitiative verzögert werden. Denn der Bundesrat wird die Verträge nicht vor einem allfälligen Scheitern der Volksinitiative im Sammelstadium, einem Rückzug der Volksinitiative oder einer Ablehnung an der Urne unterzeichnen. Damit wäre die mit dem Planungsbeschluss beabsichtigte Einführung bis Ende 2030 voraussichtlich nicht mehr möglich. Zudem ist bei einer Verzögerung mit zusätzlichen Kosten zu rechnen. Bei Annahme der Initiative in der Volksabstimmung würde die Beschaffung der Kampfflugzeuge F-35A verunmöglicht. Ohne Beschaffung neuer Kampfflugzeuge könnte die Armee ab 2030 die Bevölkerung nicht mehr vor Bedrohungen aus der Luft schützen.

Der F-35 der Firma Lockheed Martin wurde unter Einbezug mehrerer Partnernationen entwickelt und wird in drei Versionen eingesetzt. Die Schweiz hat sich mit Blick auf die Typenwahl für den F-35A, also für die landgestützte Luftwaffenversion entschieden. Die Anzahl weltweit im Einsatz stehender und geplanter Flugzeuge vom Typ F-35 beträgt über 3’000 Stück. Zu den Betreibernationen innerhalb Europas gehören aktuell oder in naher Zukunft das Vereinigte Königreich, Italien, Norwegen, Niederlande, Belgien, Dänemark und Polen. Weitere Betreiber-nationen sind die USA als Hauptbetreiber, Australien, Japan, Israel, Südkorea und in naher Zukunft ebenfalls Singapur.


Hohe Überlebensfähigkeit durch einzigartige Konstruktion

Die aerodynamische Auslegung des F-35A ist durch das V-Leitwerk charakterisiert. Er verfügt über eine elektronische Flugsteuerung und ist mit einem automatischen System zur Verhinderung einer Kollision mit dem Boden ausgestattet. Zudem verfügt das Flugzeug im Falle einer räumlichen Desorientierung der Flugzeugbesatzung über eine Funktion zur Wiederherstellung einer sicheren Fluglage.

Die Konstruktion des F-35A ist konsequent dafür ausgelegt, die Erfassbarkeit des Flugzeugs durch gegnerische Radar- oder Infrarotsensoren tief zu halten. Dies wird unter anderem durch die Formgebung und die Eigenschaften der Flugzeugoberfläche erreicht. Als weitere Massnahme werden der gesamte Treibstoff und der Grossteil der Munition im Rumpf mitgeführt. Nicht zuletzt sind die Flugzeugsensoren und -antennen unter der Flugzeugoberfläche integriert. Eine niedrige Erfassbarkeit wird also mit einer Vielzahl von konstruktiven Massnahmen erreicht. Die mit diesen Eigenschaften verbundene hohe Überlebensfähigkeit ist für die Schweizer Luftwaffe ein besonderer Vorteil; sollte es die Lage erfordern, kann der F-35 dank diesen Eigenschaften seine Waffen einsetzen, bevor er überhaupt von anderen Systemen erfasst werden kann.


Fliegendes Rechenzentrum

Die Sensoren und weitere Untersysteme sind untereinander über einen zentralen Missions-computer mit leistungsfähigen Datenleitungen vernetzt. Die Informationen werden der Besatzung auf einem modernen Touchscreen sowie im Helmvisier angezeigt. Der Pilotin oder dem Piloten wird neben den Daten ein 360° Infrarotbild im Helmvisier angezeigt. Zusätzlich projiziert eine im Helm eingebaute Nachtsichtkamera ihr Bild direkt auf das Helmvisier. Damit erreicht der F-35A eine Informationsüberlegenheit und ermöglicht der Besatzung ein ausgezeichnetes Situationsbewusstsein in allen Aufgabenbereichen. Dies gilt insbesondere auch für den alltäglichen Luftpolizeidienst.


Flexibel im Einsatz

Der F-35A kann alle Aufgaben der Schweizer Luftwaffe im Bereich Wahrung der Lufthoheit, Luftaufklärung und Bekämpfung von Bodenzielen wahrnehmen. Weil im Flugzeug alle dafür erforderlichen Sensoren fest integriert sind, sind für die unterschiedlichen Einsatzrollen keine Konfigurationsänderungen zwischen den Flügen notwendig. Als Luft-Luft Bewaffnung können die Kurzstreckenlenkwaffe AIM-9X mit Infrarotzielsuche sowie die Mittelstreckenlenkwaffe AMRAAM mit Radarzielsuche mitgeführt werden. Im Luft-Boden Bereich soll eine kleine Anzahl Präzisionsmunition mit fortschrittlichen Sensoren beschafft werden, womit Kollateral-schäden bei einem allfälligen Einsatz minimiert werden können. Im Bereich Luft-Boden geht es lediglich um den Wiederaufbau einer beschränkten Befähigung, um die Armee ausserhalb der Reichweite der eigenen Artillerie zu unterstützen.


Nachhaltiges Instandhaltungskonzept

Das Instandhaltungskonzept des F-35A basiert auf Erfahrungen der zivilen Luftfahrt beziehungsweise richtet sich grundsätzlich nach dem Zustand der jeweiligen Komponenten. Damit wird das Ziel verfolgt, präventive Instandhaltungsaktivitäten mit längeren Standzeiten zu eliminieren. Die Steuerung der Logistik erfolgt auf der Basis eines proprietären Informationssystems, welche den Flugzeugzustand überwacht. Das Logistikpaket ist so ausgestaltet, dass die Lufthoheit auch bei geschlossenen Grenzen und nicht sichergestellter Ersatzteilbewirtschaftung vom und ins Ausland während rund sechs Monaten gewahrt werden kann. Die Flugzeuginstandhaltung erfolgt vollständig in der Schweiz und durch Personal der Luftwaffe und der RUAG.

Über die F-35

Das Mehrzweckflugzeug F-35 ist ideal für Aufgaben wie Überwachung, Schutz und Verteidigung des Schweizer Luftraums. Das Modell F-35A bietet konventionelle Start- und Landeeigenschaften. Sie wurde bereits von drei Sektoren der US-Streitkräfte sowie von internationalen Partnern und Kunden auf der ganzen Welt eingesetzt.

Die F-35A gelangt schnell zum Einsatzort und verfügt über die für das vielfältige Schweizer Terrain erforderliche Wendigkeit. Daneben bietet die F-35A Interoperabilität mit anderen Systemen, u.a. dem bodengestützten Luftabwehrsystem (Patriot), das die Schweiz einführen wird.

In Kombination mit diversen Sensoren, die dem Piloten eine vollständige Abbildung der Bedrohungslandschaft ermöglichen, bietet der leistungsfähige Jet eine starke Lösung für die nationalen Sicherheitsanforderungen der Schweiz.


Eine Investition in die Zukunft

Die F-35 ist eine Investition in die künftige Verteidigungsfähigkeit. Als einziges für die Schweiz geeignetes vollwertiges Produkt der fünften Generation ist die F-35 darauf ausgelegt, kontinuierlich an den technischen Fortschritt und die sich wandelnde Bedrohungsumgebung angepasst zu werden. Mit einer geschätzten Lebensdauer von etwa 50 Jahren kann die F-35 in den nächsten Jahrzehnten einen wertvollen Beitrag zur Verteidigung des Schweizer Luftraums leisten.


Eine Investition in die Schweiz

Die Schweizer Industrie spielt beim Bau der F-35 schon jetzt eine Rolle, denn sechs Lieferanten stellen bereits Komponenten für das Flugzeug bereit. Ein Jet der fünften Generation erfordert jedoch einen gänzlich neuen Ansatz bei Konstruktion, Fertigung und Wartung.

Lockheed Martin hat der Schweizer Regierung ein den Offset-Anforderungen entsprechendes Angebot vorgelegt, mit dem die Industrie von den neuen Impulsen bei Kompetenz und Technologie profitieren kann, welche die Mitarbeit im Rahmen eines solchen High-Tech-Programms mit sich bringt.


Schon heute sind 720 Stück der F-35 auf vier Kontinenten im Einsatz. Laufend kommen neue Bestellungen hinzu, insbesondere aus Europa. Eine höhere Stückzahl führt zu tieferen Kosten. Die Kosten von Ersatzteilen werden zudem durch den zentralen Einkauf auf alle Nutzer aufgeteilt. Mit neuen Beschaffungen sinken die Kosten kontinuierlich weiter. Auch wird die Schweiz dadurch Teil einer internationalen Gemeinschaft. 

Folgende Länder…

  • …haben den F-35 bereits beschafft / die Beschaffung angelaufen:
    • USA, Australien, Dänemark, Israel, Italien, Japan, Südkorea, Niederlande, Norwegen, Vereinigtes Königreich
     
  • …haben eine Beschaffung geplant:
    • Belgien, Finnland, Schweiz, Singapur, Polen, Deutschland
     
  • …sind an einer Beschaffung interessiert:
    • Griechenland, Kanada, Vereinigte Arabische Emirate
Warum braucht die Schweiz neue Kampfflugzeuge?

Luftverteidigung werden in allen Lagen benötigt, um die Schweiz, ihre Bevölkerung und die kritischen Infrastrukturen zu schützen und zu verteidigen.

Eine direkte militärische Bedrohung durch einen bewaffneten Angriff auf die Schweiz ist kurz- und mittelfristig wenig wahrscheinlich. Die Auswirkungen eines solchen Angriffs wären jedoch derart gravierend, dass dies nicht vernachlässigt werden darf. Zudem ist das Risiko von bewaffneten Konflikten im näheren europäischen Umfeld der Schweiz in den letzten Jahren gestiegen, auch als mögliche Folge unbeabsichtigter Eskalationen. Ein solcher Konflikt würde auch die Schweiz unmittelbar treffen, indem die Schweiz als neutraler Staat die Nutzung ihres Territoriums und Luftraums durch Konfliktparteien verhindern müsste.

Auf absehbare Zeit sind nur Kampfflugzeuge in der Lage, die ganze Breite der für den Schutz des Luftraums nötigen Fähigkeiten und Einsatzarten abzudecken. Ein Verzicht auf die Erneuerung der Kampfflugzeug-Flotte würde bedeuten, dass die Schweiz ab 2030 nicht mehr in der Lage wäre, die Schutz- und Verteidigungsaufgaben in ihrem eigenen Luftraum wahrzunehmen. Dies käme gleich mit der Aufgabe einer zentralen staatlichen Pflicht und dem Ende von sicherheitspolitischer Souveränität und bewaffneter Neutralität. Die Schweiz würde überdies sicherheitsmässig zu einem Loch in Europa und damit zu einem Risiko.

Kampfflugzeuge braucht es aber nicht nur bei erhöhten Spannungen oder einem bewaffneten Angriff: Im Alltag sorgt die Luftwaffe mit Kampfflugzeugen für Sicherheit im Luftraum, hilft in Not geratenen Flugzeugbesatzungen und interveniert bei Luftraumverletzungen. Zudem schützen Kampfflugzeuge Konferenzen vor Angriffen aus der Luft.

 

Normale Lage

  • Luftpolizeidienst: Die Luftwaffe überwacht permanent den Schweizer Luftraum. Sie sorgt im Alltag mit Kampfflugzeugen für Sicherheit im Luftraum, hilft in Not geratenen Flugzeugbesatzungen und interveniert bei Luftraumverletzungen. 
  • Konferenzschutz: Die Luftwaffe setzt mit Kampfflugzeugen die Luftraumbeschränkungen durch und schützt den Konferenzort vor Angriffen aus der Luft.

 

Erhöhte Spannungen

  • In Zeiten erhöhter Spannungen muss die Luftwaffe fähig sein, die Lufthoheit während Wochen oder Monaten zu wahren, um die unbefugte Benutzung des Schweizer Luftraums zu verhindern. Damit werden auch neutralitätsrechtliche Verpflichtungen wahrgenommen. Finden im Umfeld der Schweiz bewaffnete Konflikte statt, kann ein glaubwürdiger Schutz des Luftraums darüber entscheiden, ob die Schweiz durch Luftraumverletzungen in einen Konflikt hineingezogen wird oder nicht.
  • Wahrung der Lufthoheit bei völkerrechtswidrigen militärischen Einsätzen: Die Luftwaffe überprüft mit Kampfflugzeugen, ob Verbote der Benutzung des Schweizer Luftraums eingehalten werden (z.B. Nato-Operation gegen Serbien 1999, US-Invasion im Irak 2003).
  • Wahrung der Lufthoheit bei umfassenden Kampfhandlungen in Europa:  Die Luftwaffe demonstriert mit Kampfflugzeugen und bodengestützter Luftverteidigung, dass sie Versuche jeder Seite abwehren wird, den Schweizer Luftraum zu benutzen.
  • Schutz bei konkreter, akuter und anhaltender Terrordrohung: Wenn ein Angriff aus der Luft befürchtet werden muss, dienen Kampfflugzeuge dazu, Angriffe zu entdecken und zusammen mit bodengestützter Luftverteidigung abzuwehren.

 

Bewaffneter Angriff auf die Schweiz

  • Verteidigung des Luftraums, Unterstützung der Bodentruppen: Im Fall eines Angriffs auf die Schweiz durch einen anderen Staat oder bewaffneter Unterstützung eines anderen Staates für eine gewalttätige Gruppe in der Schweiz schützt die Luftwaffe mit Kampfflugzeugen und der bodengestützten Luftverteidigung die Bevölkerung, kritische Infrastrukturen und Bodentruppen gegen Luftangriffe und unterbindet ausländische Unterstützung. Zusätzlich unterstützt sie die Bodentruppen durch Aufklärung mit Kampfflugzeugen und die Bekämpfung feindlicher Bodenziele.
 
Weshalb benötigt die neutrale Schweiz diese Verteidigungsmöglichkeiten?

Das Neutralitätsrecht verpflichtet den neutralen Staat, sein eigenes Territorium – zu dem auch der Luftraum gehört – glaubhaft zu schützen und zu verteidigen. Dazu gehört beispielsweise auch, Konfliktparteien davon abzuhalten das eigene Staatsgebiet für militärische Zwecke zu nutzen oder zu missbrauchen.

Die Überwachung und der Schutz des eigenen Luftraums sind zentrale Aufgaben und Verantwortungen eines Staates, insbesondere auch eines neutralen Staates wie der Schweiz.

Im Falle eines bewaffneten Angriffs auf die Schweiz fallen jedoch die Verpflichtungen eines neutralen Staates weg. In einem solchen Fall hätte die Schweiz das Recht, ihre Verteidigung in Zusammenarbeit mit anderen Staaten – einschliesslich ihrer Nachbarn, meist NATO-Mitglieder – zu organisieren, wenn dies als angemessen oder notwendig erachtet würde. Bei einer solchen Situation wäre davon auszugehen, dass die umliegenden Länder ebenfalls angegriffen wurden. Bei einer Zusammenarbeit würde man eine Leistung der Schweiz erwarten; 36 Kampfflugzeuge wären ein substantieller Beitrag.

 
Was könnte die Schweiz überhaupt gegen eine militärische Grossmacht ausrichten?

Die Schweiz will sich aus bewaffneten Konflikten heraushalten. Dazu dienen die Aussenpolitik und insbesondere die Neutralität, aber auch die Armee und die Luftwaffe. Mit maximal 6 Milliarden Franken kann die Kampfflugzeug-Flotte so erneuert werden, dass niemand leichtfertig einen Angriff auf die Schweiz ins Auge fasst. Wenn das trotzdem der Fall sein sollte, kann die Luftwaffe Widerstand leisten, um Zeit zu gewinnen (beispielsweise für Evakuationen), um politische Lösungen zu suchen oder die Verteidigung zusammen mit anderen ebenfalls Angegriffenen weiterzuführen. Die Neutralitätspflichten gelten nur so lange, als die Schweiz nicht von einem anderen Staat bewaffnet angegriffen wird.

 

Was sind direkte und indirekte Offsets?

Direkte Offsets bestehen darin, dass der ausländische Kriegsmateriallieferant Unterlieferanten in der Schweiz Aufträge für für die Herstellung und Lieferung von Komponenten des von der Schweiz zu beschaffenden Kriegsmaterials gibt. Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens in der Schweiz fliessen in das zu beschaffende Rüstungsgut ein.

Indirekte Offsets haben keinen direkten Bezug zum Rüstungsgut, das beschafft wird, werden aber durch das Beschaffungsvorhaben initiiert. Der ausländische Hersteller wird verpflichtet, für einen bestimmten Betrag der Schweizer Industrie zivile oder militärische Aufträge aus seinem Einflussbereich zu erteilen oder ihr den Zugang zu solchen Aufträgen zu verschaffen.